Die Zeche Concordia I
Die erste Zeche auf der Lipperheide lag in unmittelbarer Nähe des Bahnhofs Oberhausen an der Strecke der Köln - Mindener - Eisenbahn.
(Abb. 15) Auf dieser Postkarte aus dem Jahre 1934 ist die Lage der Zechen Concordia 1 und Concordia 2/3 zu erkennen.
Die Teufarbeiten nach dem Senkschachtverfahren für den mit einem rechteckigen lichten Querschnitt 4,23 x 4,81 qm geplanten Schacht Concordia 1 (ab 1861 auch Schacht Haniel genannt) begannen am 1. April 1850. Als die Teufsohle nach 3 m den Grundwasserspiegel erreicht hatte, unterbrachen die Schachthauer ihre Arbeiten bis Oktober.
In dieser Zeit stellten die Handwerker das Kesselhaus und das Maschinenhaus so wie die Gestänge-Wasserhaltung fertig. Am 10. Mai 1851 erreichte der Schacht bei 28¼ Lachter (= 59,1 m) das Steinkohlengebirge (Karbon). Schon am nächsten Tage durchteuften die Schachthauer das 120 cm mächtige Fettkohlenflöz Mathilde. 1853 kamen die ersten Vorrichtungskohlen zutage, und ein Jahr später nahm die Zeche die regelmäßige Förderung von der 2. (180 m-) Sohle auf. Am Ende des Jahres 1855 wies Concordia 1 mit 353 Bergleuten eine Produktion von 41 000 t aus.
(Abb. 16) Die Schachtanlage Concordia 1 um 1895. Das Kesselhaus und der Malakoffturm bilden mit dem Kamin eine bauliche Einheit.
(Abb. 17) Die Hauer lösten die Kohle in den rund 1 m mächtigen Flözen mit der Keilhaue (Hacke). Ab 1900 unterstützten sie dabei mit Druckluft angetriebene Stangen-Schrämmaschinen
(Abb. 18) Die Stangenschrämmaschine wurde von einer Seilwinde über vorgelegte Schienenrecks gezogen. Die mit Picken besetzte, rotierende Schrämstange stellte einen Schlitz her und lockerte so den Kohlenstoß auf.
(Abb. 19) Pferde zogen die beladenen Förderwagen zum Schacht.
(Abb. 20) Am Schacht wurden die Förderwagen durch den Anschläger auf den Korb geschoben und zutage gefördert. Mit dem Gegenkorb kamen die Leerwagen wieder in die Grube.
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